Grußwort zum August

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„Die Inseln der Schönheit, die wir brauchen, sie sind Erinnerung an das wirkliche Leben mitten im falschen. Jeder blühende Kirschbaum erinnert an Gottes wunderbare, geliebte Welt.“   (D. Sölle)

Noch ist es nicht so weit, dass Kirschbäume im August blühen, vielmehr sollten sie jetzt, wie alle anderen Bäume, im satten grünen Laub oder im tiefdunklen Nadelkleid stehen. So war es jedenfalls bislang. Inzwischen blutet einem manchmal das Herz auf dem Weg durch die Wälder; aber allermeist und immer wieder ist es doch so, dass Gottes wunderbare Schöpfung genug hergibt, damit sich die Augen vollsaugen mit Schönheit und die Seele von Harmonie. 
Über den Monat August heißt es aus dem ersten Buch der Chronik: „Jubelnd sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt um die Erde zurichten.“ Jubeln sollen die Bäume, das muss ja wohl ein Bild voll strotzender Kraft und Lebensfülle sein, oder ist es ein Aufbegehren, ein -im wahrsten Sinne des Wortes- aufbäumen? Denn auch die Bäume erzählen von Gottes Nähe, von seiner Wirksamkeit hier unter uns; vielleicht auch davon, dass er an uns leidet. So mag dieser Augustvers mitten in der Sommer- und Reisezeit eine Erinnerung daran sein, dass Gott um uns ist, so wie es seine Schöpfung ist – egal wo wir sein mögen.
Und wenn wir hier sind, dann lasst uns all das vor Gott bringen: in Andachten und an Sonn- und Feiertagen. Seien Sie uns herzlich willkommen.

Ihre                                                          Ihr
Cornelia Götz, Dompredigerin             Henning Böger, Pfarrer