Monatsgruß für Mai



„Das Schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht“, schreibt der Schriftsteller Jean Paul. Viele Menschen warten jetzt, nach dunkler und starrer Winterzeit, darauf, dass es endlich Frühling wird.
Wer in diesen ersten Maitagen nicht nur Augen für das satte Grünen und Blühen hat, sondern auch im Takt des Kirchenjahres unterwegs ist, der weiß sich noch dem Osterfest nahe mit seiner Botschaft von Jesus, der nicht im Tod bleibt, weil Gottes Sorge weiter reicht. Das, was die Freund*innen Jesu damals erlebten und dann weitertrugen, fordert einen völlig neuen Blick auf das Leben.
Ostern sagt: Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern Gott, der das Leben will. Ostern sagt auch: Nichts muss bleiben, wie es ist. Dort, wo Gott ins Leben einbricht, da versetzt er Menschen in heilsame Unruhe und gibt ihnen zugleich die Gewissheit, dass sie sich vor nichts in der Welt fürchten müssen.
Endlich Frühling! Ostern ist kein Frühlingsfest, aber seine frohe Kunde passt doch zum Frühling als Jahreszeit des neuen Anfangs. Und zu den Frühlingsgefühlen tritt hier und dort auch das Bedürfnis nach Frühjahrsputz: endlich klar Schiff machen, aufräumen im Lebensalltag. 
Umdenken. Neudenken. Die Dinge anders sehen. Zu diesem inneren Frühjahrsputz sind wir alle eingeladen. Er kann unseren Blick aufs Leben verändern, das eigene und das der anderen.
Seien Sie uns herzlich willkommen zu Gottesdiensten, Andachten und Musiken im Braunschweiger Dom!

Ihr
Henning Böger, Pfarrer